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Oktober 2008

Herausforderungen in der automobilen Supply Chain

Praxisvortrag von Kühne + Nagel und LOCOM Consulting auf dem ITA-Kongress 2008

Auf dem ITA-Kongress vom 24. bis 25. September 2008 stand die automobile Supply Chain unter dem Motto "Supply Chain Excellence" im Mittelpunkt. Aktuelle Herausforderungen für die Automobilindustrie im Spannungsfeld von Globalisierung und Klimaschutz präsentierten Kühne Nagel und LOCOM Consulting in ihrem Praxisvortrag.

Harald Hemming (Kühne + Nagel) und Jürgen Schulz (LOCOM Consulting) stellten dar, wie sich Klimaschutz und Emissionsreduktion auf die immer komplexeren globalen Beschaffungs- und Distributionsnetze auswirken und daraus Zielkonflikte entstehen.

Das Thema Emissionen ist im Transport- und Logistikgewerbe und bei den Verladern angekommen. Eine Umfrage unter den Kunden von Kühne + Nagel hat ergeben, dass 66 Prozent die Emissionsverringerung als wichtig erachten. 54 Prozent erwarten in näherer Zukunft finanzielle Sanktionen. Bereits jetzt nutzt die Politik Maßnahmen wie emissionsabhängige Maut und Schwerverkehrsabgabe (LSVA) oder die neue SOx- Abgabe für Teile der Schifffahrt in der Ostsee.

Emissionen als unsicherer Planungsfaktor

Bislang standen bei der Planung von automobilen Supply Chains Marktanforderungen und Produktionskosten im Vordergrund. Skaleneffekte und Kostendifferenzen führten zu signifikanten Verlagerungen in Niedriglohnländer und immer längeren Wertschöpfungsketten. Warenströme und Austauschbeziehungen nahmen zu und damit auch Transportvolumen und Emissionen.

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Politik und Gesellschaft fordern nun von Unternehmen, ihren Beitrag zur Reduktion der klimaschädlichen Emissionen deutlich zu machen. Neben Einsparungen beim Transport wie besseren Auslastungen ist auch die emissionsorientierte strategische Planung von Logistiksystemen ein Diskussionsthema.

Dies sei unter den heutigen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen kein einfaches Unterfangen, erläuterten Hemming und Schulz. Neben Unsicherheiten zur Entwicklung bei den Treibstoffpreisen und der Belastung des Transports, z.B. durch Auflastung externer Kosten, bestehe Nachholbedarf bei den methodischen Grundlagen für eine emissionsorientierte Planung. Nur 22 Prozent gaben in der Umfrage von Kühne + Nagel an, ein Werkzeug zur Messung, Verfolgung und Kontrolle ihres Emissionsvolumens zu nutzen.

Optimierung auf Kosten- und Emissionsebene

Innovative Lösungsansätze seien nun gefragt, so Hemming und Schulz, die Planungsmethoden um ökologische Informationen erweitern. Die Anforderungen der Industrie an Logistikdienstleister reichen von neutralen und zertifizierten Messsystemen über detaillierte verladerindividuelle Informationen zur Auslastung und zum CO2-Ausstoß bis zu offenen Kalkulationsmechanismen für die Emissionszurechnung.

Die Referenten stellten ein Projekt vor, in dem Kühne + Nagel und LOCOM Consulting neben der klassischen Optimierung eines kundenspezifischen Distributionsnetzes auch die Emissionsveränderungen bewerteten. Durch bessere Bündelung und Standortkonfiguration konnten die Kosten um mehr als 8 Prozent und CO2-Äquivalente um rund 11 Prozent reduziert werden. Treiber für die Reduktion von Kosten und Emissionen waren eine geringere Anzahl von Stopps bei resultierender Mengensteigerung und Auslastungsoptimierung von Vor- und Hauptläufen. Ein weiterer Ansatz optimiert für aufkommensschwache Gebiete auch die Anzahl der notwendigen Hauptläufe.

Insgesamt bieten Lösungsansätze für optimierte automobile Supply Chains und ökologischere Supply Chains gemeinsame Anknüpfungspunkte, so Hemming und Schulz. Die vorgestellten Lösungsperspektiven von Kühne + Nagel und LOCOM zur simultanen Verplanung von Kosten und Emissionen konzentrieren sich auf intelligentes Transportmanagement, eine ökologische und ökonomisch orientierte Verkehrsträgerwahl und Netzwerkoptimierung. Eine OEM-übergreifende Bündelung via LLP, lieferzeitabhängiges Routing und neue Algorithmen sind einige der möglichen Maßnahmen.

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